Das rasante Wachstum des Elektromülls

Elektronische Geräte wie Laptops, Smartphones & Co erleichtern den Alltag und sind aus diesem auch nicht mehr wegzudenken. Vielen Menschen ist aber nicht bewusst, wie problematisch elektronische Neugeräte sind. Bei der Produktion werden wertvolle Ressourcen verbraucht, entstehen massive CO₂-Emissionen und am Ende bleibt Elektromüll übrig, der sehr aufwendig entsorgt werden muss.

Der weltweit produzierte Berg an Elektromüll ist in den letzten Jahren fast um ein Viertel gestiegen. Im internationalen Vergleich liegt Europa auf den vordersten Plätzen, nahe am Vorreiter Asien.

Jede Österreicher*in wirft pro Jahr durchschnittlich mehr als 20 Kilo Elektroschrott in den Müll. 

Auf diesem Bild sieht man einen Schrottplatz mit vielen Kühlschränken, Waschmaschinen & Co.

Neuer, schneller, besser

Der Technologiekonsum wird immer schnelllebiger – neue Geräte zu kaufen obwohl die davor benutzen noch funktionstüchtig sind, ist in den heutigen Konsummustern stark verankert.

Doch auch die Wirtschaft trägt mit der GEPLANTER OBSOLESZENZ zum steigenden Elektromüll bei. Bei dieser Marketingstrategie, wird der Verschleiß eines Produktes vom Hersteller geplant und vorgesehen ist – wie zB. häufig bei Druckern.

Auf diesem Bild sieht man im Hintergrund Elektromüll und den folgenden Text:
34 Monate: So kurz behalten Amerikaner*innen durchschnittlich ein Handy.
Nur 1/6 recycelt: Zahllose Geräte landen einfach im Restmüll.
30% Verlust: Auch beim Recyclingprozess selbst geht einen erhebliche Menge an Materialien verloren.

Die Problematik des Elektromülls 

Die immer kürzere Nutzungsdauer elektronischer Geräte ist in vielerlei Hinsicht problematisch:

Mangelndes Recycling

Nur etwas ein Sechstel der ausgedienten Geräte wird wiederverwertet. Das liegt unter anderem daran, dass zahllose Geräte einfach im Restmüll entsorgt werden. Das schließt das Recycling von wertvollen Stoffen wie Kupfer, Platin oder Gold aus und  führt außerdem zu nicht fachgerechter Entsorgung giftiger Stoffe wie Quecksilber oder Chrom. 

Vor allem in Entwicklungsländern gibt es nicht genügende Recycler, um all die weggeworfene Elektronik zu verarbeiten. Gefährliche Giftstoffe landen dadurch oft im Boden und somit im Trinkwasser.

Produktion der Rohstoffe

Die benötigten Rohstoffe werden häufig in ärmeren Ländern des Globalen Südens abgebaut und sorgen dort für gravierende ökologische und soziale Folgen – wie beispielsweise massive Umweltverschmutzung, ausbeutende Löhne und lebensgefährliche Arbeitsbedingungen. 

Fehlender Zugang für Entwicklungsländer & Arbeitsplätze

Durch das Entsorgen und den Mangel an Reparaturen von Elektrogeräten geht die Möglichkeit verloren, ärmeren Gemeinschaften Zugang zu kostengünstiger Technologie zu ermöglichen.

Außerdem könnten durch Reparaturen nachhaltige und wertvolle Arbeitsplätze geschaffen werden.

Lösungsansätze

Sowohl auf Unternehmensseite, als auch als Einzelperson kann etwas gegen den steigenden Elektromüll getan werden:

  • Elektronische Geräte so lange wie möglich nutzen

Den eigenen bzw. den unternehmensinternen technischen Konsum immer wieder kritisch in Frage zu stellen und zu überlegen ob ein neues Gerät wirklich gebraucht wird, kann zu bewussteren Kaufentscheidungen führen.

Wer hochwertige Produkte kauft, wird außerdem von der Langlebigkeit der Geräte profitieren. 

  • Reaparieren statt wegwerfen

Wer bei der Neuanschaffung auf die Reparierbarkeit von Produkten achtet, der kann seine Geräte häufig mit geringem Aufwand wieder voll funktionstüchtig machen. Unternehmen wie ifixit machen sich die Reparatur von Elektrogeräten zur Mission und setzten sich mit Anleitungen und Werkzeugen für die Wiederverwertung ein.

  • Alternativen zu elektronischen Neugeräten

Unternehmen wie zB. Refurbed oder Backmarket haben sich auf wiederaufbereitete elektronische Geräte wie Laptops, Smarphones, Tablet, Kameras & Co spezialisiert. Zu 100% funktionstüchtig und bis zu 70% günstiger als Neugeräte.

Für Unternehmen bietet sich Mietservices von technischen Geräten an – dort werden zB. Mobiltelefone oder auch Kopiergeräte den Unternehmen zur Verfügung gestellt und auch wieder zurückgenommen, wenn diese andere Geräte benötigen.

  • Fachgerechte Entsorgung

Nachdem ein Produkt komplett ausgereizt wurde, sollte fachgerechtes Recycling erfolgen. Wie und wo genau erklärt hier zB. die  Stadt Wien.

In Unternehmen ist die Abnutzungsrate von Computern, Telefonen, Druckern & Co natürlich deutlich höher und somit entsteht auch mehr Elektroschrott. Mit der richtigen Entsorgung können aber auch sie einen Teil zum Recycling beitragen. 

Mehr Informationen und Hintergründe zum Thema Elektromüll gibt es im Global E-Waste Monitor 2020.