CSR neu denken: Warum immer mehr Unternehmen einen neuen Weg gehen

Soziale Verantwortung im neuem Stil

Seit einiger Zeit schlägt der Begriff „Corporate Activism“ große Wellen. Vor allem in den USA polarisierten Unternehmen in letzter Zeit vermehrt mit klarer, oft politischer, Positionierung. Zum Beispiel Nike, die mit Colin Kaepernick als Testimonial ein starkes Zeichen gegen Rassismus setzten.

 Nike Spot mit Colin Kaepernick 

Oder die Outdoor-Marke Patagonia, die sich zuletzt mit der Kampagne „The President Stole Your Land“ lautstark für den Schutz von Nationalparks einsetzte und so großes Aufsehen erregte.

Die vormals harten Grenzen zwischen unternehmerischer Tätigkeit und Aktivismus verschwimmen immer mehr. Die Wirtschaftswelt engagiert sich für soziale und nachhaltige Zwecke. Hier geht es nicht um klassisches CSR oder Cause Marketing, bei dem Unternehmen sich mit NGOs zusammenschließen und gemeinsam Produkte vertreiben: es geht darum, dass Unternehmen der Welt zeigen, wo sie stehen, außerhalb des Gefüges von Kauf und Verkauf.   

Spätestens jetzt hören wir schon einige murmeln „greenwashing“, „Geldmacherei“, „Heuchelei“ und „PR-Tricks“. Doch in diesem Fall lohnt es sich, etwas genauer hinzusehen, warum immer mehr Unternehmen sich neu orientieren. Und Spoiler: ja, auch davon profitieren.


5 Gründe warum immer mehr Unternehmen einen neuen Weg bei sozialer Verantwortung gehen

1. CSR ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr

Es ist nichts Neues, dass Unternehmen sich sozial engagieren indem sie spenden oder ihre Prozesse im Rahmen von CSR (Corporate Social Responsibility) weiterentwicklen. Das ist gut und wichtig, gehört aber mittlerweile längst zum Standard – dementsprechend erwarten das auch die Kund*innen. Als Konsequenz daraus haben klassische CSR Maßnahmen einen geringen Effekt auf das Image einer Marke – und somit auch auf die Umsätze.


2.  Eine neue Generation von Konsument*innen

Kaufentscheidungen basieren auf Werten. Und auf Emotionen. Das war immer schon so und wird sich auch nicht so schnell ändern.

87 Prozent der Konsument*innen geben an, ein Produkt zu kaufen weil das Unternehmen sich für ein Anliegen einsetzt, das ihnen wichtig ist. 76 Prozent sagen auch, dass sie nicht kaufen, wenn die Werte eines Unternehmens das Gegenteil ihrer eigenen Werte wiederspiegelt. 

Quelle

Was sich allerdings ändert, sind die Wertehaltungen einer Generation. Gen Y sowie Gen Z sind nicht nur kaufkräftig, sondern vor allem bisher beispiellos wenn es um politische Korrektheit, Umweltschutz oder ethischen Konsum geht.


3. Markenerlebnisse > Marketing

In einer Welt, die sich gefühlt jeden Tag schneller dreht und in der Konsument*innen mit einer Flut an Informationen umgehen müssen wird es von Tag zu Tag schwieriger mit klassischem Marketing zu punkten. Marken, die Emotionen auslösen wollen, müssen online und offline Erlebnisse kreieren, die in Erinnerung bleiben. Ein Nachhaltigkeitsbericht zum Download tut das kaum. Ein Foto einer Spendenscheck-Übergabe wohl auch nicht.

4. Millenials sind heute Manager & CEOs

Wenn es darum geht Millenials zu rekrutieren, können die Unternehmenswerte oder das Nachhaltigkeitsprogramm ausschlaggebend für die Jobentscheidung sein. 3 von 4 Millenials geben an, ein geringeres Gehalt zu akzeptieren, wenn im Gegenzug die Wertehaltung des Unternehmens zu ihnen passt (Quelle). Vor allem die Start-Up Szene, in der Millenials einen Gutteil der Founder und Mitarbeiter*innen ausmachen, hat soziale Verantwortung in ihrer DNA. *Von social entrepreneurs zu corporate activists – Startups sind oft Vorreiter*innen im Bereich soziale Verantwortung.


5. Zusammenspiel von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft

Die Gefüge von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft verschieben sich angesichts globaler Krisen wie dem Klimawandel oder der Flüchtlingsbewegung von 2015 zunehmend. Die politischen Strukturen sind oft zu starr, um rasche Änderungen herbeizuführen – und der weltweite Anstieg an Populist*innen an Regierungsspitzen lässt wenig Hoffnung zu, dass soziale Themen Priorität werden. Viele Konsument*innen sind frustriert und sehen nicht nur die Politik, sondern vor allem auch Konzerne in der Verantwortung zu handeln, unethische Praktiken zu überdenken, ihren Einfluss und ihre Ressourcen zu nutzen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen und die großen Probleme unserer Zeit zu lösen.


Corporate Activism & Corporate Actionism
Wir bei Visionistas bauen auf das Prinzip von Corporate Activism auf und ergänzen es durch „Corporate Actionism“: bewegende Erlebnisse im Eventbereich. Wir denken den bestehenden Ansatz weiter. Auf Markenerlebnis und nachhaltigen Effekt. Damit alle profitieren: Konsument*innen, das Unternehmen und die Gesellschaft.