Alternative Lebensmittelnetzwerke

Supermarktketten dominieren unsere Lebensmittelversorgung und erfüllen mit einer großen Vielfalt an (billigen) Lebensmitteln aus aller Welt nahezu all unsere Bedürfnisse. Damit einher geht aber eine immer größer werdenden Kluft zwischen Produzent*innen und Konsument*innen, als auch eine Vielzahl an sozialen und ökologischen Auswirkungen, die immer mehr Menschen dazu bewegen, das gängige Lebensmittelsystem zu hinterfragen. 

Sind Supermärkte wirklich super?

Supermärkte gehören zu den mächtigsten Akteuren im Lebensmittelgeschäft. Sie ermöglichen uns ein einfaches, bequemes und schnelles Einkaufserlebnis mit einer unglaublich großen Produktvielfalt. Um die globalisierte Versorgungskette am Laufen zu halten, benötigt es Unmengen an Energie und Ressourcen. 

Österreich gehört zu jenen europäischen Ländern mit der höchsten Supermarkt-Dichte pro Einwohner*in. Diese Konkurrenz führt zu einem enormen Preiskampf, in dem folgende Prämisse dominiert: 

Höchste Qualität, niedrigster Preis.

Diesen Druck bekommen sowohl Angestellte, Zulieferer , Bäuer*innen als auch unsere Umwelt massiv zu spüren. Bodendegenerierung und Verwüstung als Folge von agroindustriellen Monokulturen, Treibhausgasemissionen und hoher Transport-, Energie- und Verpackungsaufwand sind nur ein kleiner Teil der unübersehbaren Negativ-Folgen des vorherrschenden Lebensmittelsystems:

Konsument*innen denken um

Immer mehr Menschen aus verschiedenen Alters-, Einkommens- und Bildungsschichten erkennen die negativen Auswirkungen unseres gängigen Lebensmittelsystems und hinterfragen Produktions- und Arbeitsbedingungen, als auch Gesundheits- und Umweltgefahren. 

Diese Entwicklung ist auch dem Einzelhandel durchaus bewusst. Mit bio-, fairtrade und regionalen Produkten reagiert er auf den Ökotrend und die immer stärker zunehmende Zielgruppe der „bewussten Konsument*innen“. Supermärkte vermitteln also mit nachhaltigen Produktlinien gerne das Bild besonders „grün“ zu sein. Dieser Ansatz steht aber in einem großen Konflikt mit dem Profitinteresse, welches sozialen und nachhaltigen Zielen konträr gegenüber steht.

Bewusster Konsum

Es geht um eine tiefgehende kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Lebensmittel:

  • Woher kommen die Lebensmittel?
  • Wurden die Landwirt*innen fair entlohnt?
  • Wie viel vom Preis im Supermarkt erhalten die Landwirt*innen?
  • Was steckt hinter dem Label „regional“?
  • Woher stammen die Rohstoffe?
  • Wie kann ich als Konsument den Weg meiner Lebensmittel lückenlos nachvollziehen?

Die Macht der Konsument*innen 

Um eigenverantwortlich gegen das konventionelle Lebensmittelsystem vorzugehen haben sich einige Handlungsalternativen entwickelt. Alternative Lebensmittelnetzwerke stellen ein Gegenmodell zum gängigen System dar und setzen sich unter anderem folgende Ziele:

  • Gezielte Unterstützung von kleinstrukturierter, regionaler und biologischer Landwirtschaft
  • Angemessene Preise auf Konsument*innen- und Produzent*innenseite
  • Transparenz: Wertschöpfungskette, bei der die Käufer*innen zu 100% wissen wo ihr Geld ankommt
  • Vertrauen & Wertschätzung nicht nur durch Gütesiegel, sondern durch direkten Kontakt

Konsument*innen ermöglichen damit Veränderungen im Lebensmittelsystem, hin zu mehr Ernährungssouveränität:

„Ernährungssouveränität ist das Recht der Völker auf gesunde und kulturell angepasste Nahrung, nachhaltig und unter Achtung der Umwelt hergestellt. […] Sie ist das Recht der Bevölkerung, ihre Ernährung und Landwirtschaft selbst zu bestimmen. Ernährungssouveränität stellt die Menschen, die Lebensmittel erzeugen, verteilen und konsumieren, ins Zentrum der Nahrungsmittelsysteme, nicht die Interessen der Märkte und der transnationalen Konzerne.“


Deklaration des weltweiten Forums für Ernährungssouveränität

Die Ernährung selbst in die Hand nehmen

Beispiele für alternative Lebensmittelsysteme sind unter anderem:

Weiterführende Informationen

www.foodcoops.at
www.solidarische-landwirtschaft.org
www.nyelenieurope.net