Invite to Clubhouse! – Kann die neue Hype-App auch für Unternehmen nützlich sein?

Was steckt hinter dem Hype um die Audio-App? Handelt es sich bei Clubhouse um ein einmaliges Wochenend-Spektakel oder ist es auch langfristig für Unternehmen sinnvoll? Wir haben uns die App Clubhouse mal genauer angeschaut – und ein Fazit gezogen.

Clubhouse wurde in San Francisco von Paul Davison and Rohan Seth gegründet und ist seit letztem Wochenende DIE neue Trend-App in der Österreichischen und Deutschen Gründer*innen-, Marketing- und Tech-Szene. Dutzende Talks über Investor*innen, TikTok Strategien, erfolgreiches Business Branding und Startup Pitch Ideen fanden bis spät in die Nacht statt. Es ist das ultimative Boom-or-Bust-Geschäft. 


Wie funktioniert Clubhouse eigentlich?

Die neue Audio-Only-Plattform ist seit Samstag, 16. Jänner 2021 nun offiziell in den deutschsprachigen Raum übergeschwappt – allerdings bisher nur für IOS-Benutzer*innen und noch in der beta Phase.
Jede Person die Zugang zu der App hat, kann wiederum zwei weitere Personen einladen, der sogenannte Netzwerkeffekt. Den Startschuss im deutschsprachigen Raum haben dabei unter anderem die zwei Unternehmer Philipp Klöckner und Philipp Glöckler gegeben, sowie die Beraterin und Marketing-Expertin Ann-Kathrin Schmitz.   

“Ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: Das könnte DIE heißeste neue Social Media App 2021 werden!”

-Ann-Kathrin Schmitz

Anders als auf anderen Plattformen spielt das persönliche visuelle Auftreten in der Social-AUDIO-App wenig bis gar keine Rolle. Das Hauptziel der Plattform ist den direkten Austausch zu fördern und eine konstruktive Diskussion ins Leben zu rufen. Die Konversationen finden in den sogenannten “Räumen” (“Rooms”) statt. Innerhalb dieser gibt es drei Positionen:

  1. Die Moderator*innen die einen Raum eröffnet haben können die Diskussion leiten und 
  2. Zuhörer*innen auch auf die “Bühne” holen. Somit können auch mehrere User*innen aktiv als 
  3. Sprecher*innen teilnehmen und einen möglichst vielfältigen Austausch erreichen.

“We believe voice is a powerful medium for people to connect, share, learn and grow through authentic conversation. On Clubhouse anyone can be a creator by starting a room and hosting conversations.”

-so eine Sprecherin von Clubhouse

Business Talks 24/7

Eignet sich Clubhouse, wie aktuell, auch für Unternehmen oder werden in Zukunft Gespräche über private Interessen in den “Rooms” geführt?

Durch den Hype der letzten Tage konnten sowohl alltägliche Unterhaltungen über individuelle Interessen, also auch faktenbasierte Business Talks geführt werden. Im Moment können nur private Profile erstellt werden, das bedeutet ein Unternehmen muss durch eine*n Inhaber*in oder Mitarbeiter*in repräsentiert werden. Um die eigene Marke vorzustellen kann die Infobox und die Verlinkungsmöglichkeit zu Instagram und Twitter herangezogen werden. 

Do’s für den Start mit Clubhouse 

  • Ein catchy Titel für eine Diskussion ist das Um und Auf bei Clubhouse. Die Zuhörer*innen wollen  “Behind the Scene” sein und die Personen im Unternehmen kennenlernen. 
  • Ebenso lassen sich bereits digital verfügbare Inhalte, wie unter anderem Podcasts und Interviews mit dem Format gut kombinieren und bringt diese möglicherweise auf ein neues Level. Sozusagen zusätzliche “Live-Podcast”Sessions. Was also Twitch für Video ist, ist Clubhouse für Audio.
  • Am Ende der Live-Podcast Folge kann auf die bestehenden Plattformen hingewiesen werden und somit Traffic für die eigene Marke generiert werden. 
  • Die Plattform bietet Platz für zusätzlichen neuen Content oder auch einem ganz neuem Format. Offenheit ist gefragt!

Unser Fazit über Clubhouse

Potenziale & Chancen

  • Viele Business Themen
  • Hohes Networking-Potenzial
  • Konzentration auf das Wesentliche 
  • Gute Tonqualität
  • Die User*innen können zwischen Speaker*in und Zuhörer*in wechseln
  • Format lädt zu hoher Verweildauer auf der Plattform
  • Geringe Anzahl an Invites und Exklusivität bietet eine Chance für die Marke

Zu bedenken

  • Nicht barrierefrei (keine Untertitel vorhanden, keine Option für gehörlose Menschen teilzunehmen)
  • Bisher laues Vorgehen gegen Hate Speech – das führt zum vermehrten Entstehen von einschlägigen rassistischen und LGBTIQ-feindlichen Gruppen (reporting-mechnanismen gibt es zwar, aber eindeutig noch zu wenig siehe Community Guidelines
  • Bisher nur für iOs User*innen
  • Kaum Möglichkeiten Rooms wirklich gut zu moderieren
  • Koordination der Sprecher*innen ist zum Teil schwierig
  • Vorerst nur exklusiv mit invite / unklar ob das so bleibt?

Es bleibt spannend wie sich Clubhouse entwickelt und ob es nach der beta-Version die bisherigen Mankos (vor allem in Bezug auf Barrierefreiheit und Hate-Speech) überwinden kann und es so zu einem festem Bestandteil der Social Media Welt wird. Eine weitere Frage ist auch, ob die Inhalte mit der Zeit an Qualität verlieren oder ob die Chance für einen qualitativ hochwertigen Talk erhalten bleibt. 

Eines steht fest: Die Chance neue Business-Connections, für Angestellte in digitalen Berufen und Expert*innen eines Fachgebiets, aufzubauen stehen durch die Exklusivität der User*innen auf der Plattformen zur Zeit gut.