Back to the roots: Wie Blumenbund die Nachhaltigkeit wieder in den Blumenhandel bringt

Herkömmliche Schnittblumen aus dem Blumenladen haben oft einen katastrophale Umweltbilanz. Laut der Zeit werden allein für den Valentinstag zehn Fracht-Flugzeuge voll Rosen mit Lufthansa Cargo nach Europa gebracht. Diese werden vor allem in Kenia, Äthiopien und Südamerika produziert. Hoher Wasserverbrauch, lange Transportwege per Flugzeug, Einsatz von Pestiziden und schlechte Arbeitsbedingungen… Nichts mit dem man sich gern den Esstisch dekoriert, oder?

Alternativen gibt es bisher scheinbar wenige. Die Nachhaltigkeit-Bewegung hält zwar langsam Einzug in verschiedenen Branchen – die Blumenindustrie hat sie bisher aber nur gestreift.

Der niederösterreichische Familienbetrieb Blumenbund will vorzeigen, dass es auch anders geht. 

Vor einer Woche waren wir zu Gast in Schönkirchen im Weinviertel und haben mit Katharina Reckendorfer, der Gründerin von Blumenbund über Nachhaltigkeit und die Slow Flower Bewegung gesprochen. 

Auf dem Foto sieht man Blumen am Feld von Blumenbund in verschiedenen Farben.
Der Besuch am Feld von Blumenbund war eine wahre Augenweide

Nachhaltige Schnittblumen:
Keine Gewächshäuser. Keine Chemie. Keine Spritzmittel. 

Als wir über das bunte Feld spazieren, erklärt uns Katharina, was eigentlich selbstverständlich sein sollte: 

„Man muss das Rad nicht neu erfinden. Sondern sich auf das besinnen, was schon da war. Das was unsere Omas und Uromas schon vor vielen Jahren in ihren Gärten gemacht haben: Das ist nachhaltig.“ 

Blumenbund hat kein Gewächshaus, das unfassbar viel Energie und Wasser verbraucht und verzichtet völlig auf chemische Schädlingsbekämpfungsmittel. Es gibt ausschließlich Blumen, die sowieso in der Region wachsen und verkauft wird nur, was auch saisonal verfügbar ist. Slow Flowers, nennt sich dieser Ansatz, der ursprünglich aus den USA kommt.

Viele Kund*Innen schätzen und lieben Blumenbund und ihre Arbeit – doch in der breiten Masse ist das Bewusstsein noch nicht da. „Es gibt auch solche, die sich beschweren wenn mal ein Blümchen nicht perfekt ist oder schneller welkt. Aber auch das ist ein Teil von Slow Flowers und gehört in der Natur nunmal dazu“, erzählt Katharina. 

Die Geschichte hinter Blumenbund

Obwohl Landwirtschaft in Katharinas Familie Tradition hat, kam sie über Umwege zum eigenen Schnittblumen-Betrieb. Die studierte Grafikerin und Fotografin kam in der Karenz 2017 auf die Idee zu Blumenbund. Als sie dann ein Buch über Slow Flowers in die Hände bekam, war für sie klar: back to the roots, im wahrsten Sinne des Wortes. 

Seither betreibt sie mit ihrem Partner und Unterstützung aus der Familie den Betrieb, und sogar ihre kleine Tochter ist immer wieder am Blumenfeld mit dabei. Säen, hochziehen, pflegen, gießen, ernten, Sträuße binden, ausliefern – hinter Blumenbund steckt eine Menge harter Arbeit. Doch das Ergebnis kann sich sehen lassen – und das stellt man sich mit gutem Gewissen ins eigene Zuhause. 

Nähere Infos zu Blumenbund und tolle Blumenabos gibt’s hier. 

Weiterführende Infos zum Thema gibt es außerdem hier in einer Doku von Arte.